Die wichtigsten Begriffe aus Einkauf, Vergabe und Dokumentenpruefung, kurz erklaert und mit Bezug zum passenden Pruefwerkzeug. Begriffserklaerungen, keine Rechtsberatung.
Offertspiegel
Tabellarische Gegenüberstellung mehrerer Angebote gegen denselben Leistungskatalog: Positionen als Zeilen, Anbieter als Spalten. Ein sauberer Offertspiegel zeigt je Position Preis, fehlende Angebote und Abweichungen — ohne Rangfolge oder Wertung, denn die Bewertung bleibt bei der Vergabestelle. Offertspiegel mit Matchdoc erstellen
Mengengerüst
Die Aufstellung aller ausgeschriebenen Positionen mit Menge und Einheit (z. B. 100 m³ Aushub). Das Mengengerüst ist die gemeinsame Basis, an der alle Angebote gemessen werden — nur wer gegen dieselben Mengen vergleicht, vergleicht wirklich Preise und nicht Annahmen. Mengengerüst-Vergleich starten
Leistungsverzeichnis (LV)
Das strukturierte Verzeichnis aller geforderten Leistungen einer Ausschreibung, meist mit Positionsnummern, Beschrieb, Menge und Einheit. Anbieter tragen ihre Einheits- und Gesamtpreise ins LV ein; Abweichungen vom LV (geänderte Mengen, gestrichene Positionen) sind ein klassischer Prüfpunkt. Angebote gegen ein LV prüfen
Offerte vs. Angebot
In der Schweiz ist «Offerte» der übliche Begriff für ein verbindliches Preisangebot; «Angebot» meint dasselbe und ist im deutschsprachigen Raum verbreiteter. Fachlich identisch — wichtig ist nur, ob das Dokument Bindungswirkung, Gültigkeitsdauer und klare Leistungsabgrenzung enthält. Ratgeber: Offerten richtig vergleichen
Variante / Unternehmervariante
Ein Angebot desselben Anbieters, das vom ausgeschriebenen Vorgehen abweicht (anderes Material, andere Bauweise, anderer Preis). Varianten werden neben der Grundofferte geführt und müssen getrennt vergleichbar bleiben — sonst vermischen sich Preisunterschiede mit Leistungsunterschieden. Variantenserie vergleichen
Vier-Augen-Prinzip
Organisationsregel, nach der eine zweite Person eine Prüfung oder Freigabe bestätigt, bevor sie wirksam wird. Bei Dokumentenprüfungen heisst das: Die maschinelle Analyse ist die erste Sicht — die fachliche Freigabe durch einen Menschen bleibt zwingend die zweite. So belegt Matchdoc jede Aussage
BöB
Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen — regelt Vergaben des Bundes in der Schweiz, darunter Verfahrensarten, Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie Transparenzpflichten. Für Kantone und Gemeinden gilt die IVöB. Matchdoc strukturiert Unterlagen für solche Verfahren, ersetzt aber keine Vergabeberatung. Ratgeber: Angebote nach BöB prüfen
IVöB
Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen — das harmonisierte Vergaberecht der Kantone, inhaltlich weitgehend parallel zum BöB. Wer kantonal oder kommunal ausschreibt oder anbietet, arbeitet in der Regel unter IVöB-Regeln. Vergabeprüfung im Überblick
Compliance-Matrix (FC/PC/NC)
Tabellarische Antwort eines Bieters auf jede Anforderung einer Ausschreibung: FC (fully compliant), PC (partially compliant), NC (non-compliant). Die Matrix macht sichtbar, wo ein Angebot die Anforderungen erfüllt, teilerfüllt oder verfehlt — und wo Nachweise fehlen. Compliance-Matrix lokal prüfen
AGB-Kollision
Situation, in der beide Vertragsparteien auf ihre eigenen AGB verweisen und sich Klauseln widersprechen. Welche Regel dann gilt, hängt von Rechtsordnung und Einzelfall ab — der erste Schritt ist immer, die widersprechenden Klauseln überhaupt zu finden und nebeneinanderzulegen. AGB gegenüberstellen
Skonto
Preisnachlass für Zahlung innert kurzer Frist (z. B. 2 % bei Zahlung in 10 Tagen). Beim Angebotsvergleich gehört Skonto in die Bedingungsebene, nicht in den Positionspreis — sonst wirkt ein Angebot günstiger, als es bei normaler Zahlungsfrist ist. Preise und Bedingungen getrennt vergleichen
Nachtrag
Nachträgliche Ergänzung oder Änderung eines Vertrags oder Auftrags, oft mit Preisfolge. Nachträge sind ein häufiger Kostentreiber; wer die Ursprungsofferte und den Nachtrag strukturiert vergleicht, erkennt, welche Positionen sich wirklich geändert haben. Vertragsversionen vergleichen
Eventualposition
Position im Leistungsverzeichnis, die nur bei Bedarf zur Ausführung kommt und deshalb meist nicht in der Angebotssumme steckt. Beim Vergleich müssen Eventualpositionen getrennt ausgewiesen bleiben, damit die Endsummen der Anbieter vergleichbar sind. Positionen strukturiert vergleichen
Fundstelle / Beleg
Der Ort im Originaldokument, an dem eine Prüfaussage verankert ist — Seite, Klausel oder Positionsnummer. Eine Prüfung ist erst dann nachvollziehbar, wenn jede Abweichung auf ihre Fundstelle zurückführt; genau das ist der Kern des Matchdoc Beleg-Standards. Der Beleg-Standard erklärt
Rechnungsserie
Mehrere Rechnungen desselben Anbieters über einen Zeitraum (z. B. Monatsrechnungen). In der Serienprüfung werden Positionen über die Rechnungen hinweg verglichen: Preisänderungen, neue Positionen und mögliche Doppelverrechnungen werden je Anbieter sichtbar — nie über Anbieter hinweg vermischt. Rechnungen im Serienvergleich prüfen